Der Terrassenbelag

Wir hatten bereits letztes Jahr Oktober den Balkon und die Terrasse mit Gefälledämmung und Cosmofin-Folie als Abdichtung versehen. Nun planen wir evtl. dieses Jahr noch einen ordentlichen Belag aufzubringen. Alle genannten Preise sind Internetpreise zur ersten Kalkulation.

Da wir Gefälle in alle Richtungen haben, war zunächst die erste Idee mit Terrassenplatten aus Stein auf einer Schüttung. Hierzu müsste am Balkon eine Kiesfangleiste angebracht werden (ca. 400€ bei ca. 16,5m) und auf der ganzen Fläche von ca. 70m² ein Vlies (ca. 150€) oder Bautenschutzmatten (ca. 500€)  aufgebracht werden. Hinzu kommt noch der Kies mit ca. 5m³ (ca. 100-150€). Da wir das auf die Terrasse geliefert brauchen kommen neben den normalen Lieferkosten noch kosten für die BigPacks und die Kranentladung dazu. Die BigPacks muss man bei den meisten Baustoffhändlern dort kaufen und nochmals extra für die Befüllung zahlen. Zu guter letzt kommen noch die Terrassenplatten, die ab ca. 20€/m² erhältlich sind. Nach oben fast ohne Grenzen. Das Ganze hat dann ein ordentliches Gewicht.

Diese Variante haben wir lange favourisiert. Aber das haupsächlich der Kosten wegen, da Holz oder WPC zunächst sehr teuer schien. Die letzten Wochen haben wir uns immer mehr Gedanken zu unserer Terrasse gemacht und es wurde immer mehr klar, dass wir eigentlich hier Holz wollen. Die aufmerksamen Leser wissen noch, dass wir am Haus, so wenig Holzflächen wie möglich wollten, da dies auch viel Pflege bedarf. Bei der Terrasse gehen wir den Kompromiss gerne ein.

WPC

Für alle die es nicht wissen, Wood-Plastic-Composite ist ein Holz-Kunstoff-Verbundwerkstoff. WPC zeichnet sich durch hohe Feuchteresistenz aus, dehnt sich aber thermisch weniger aus, als z.B. ein Vollkunststoff. Bei WPC gibt es nur die unsichtbare Verschraubung.

Vorteile:

    • die Holzoptik bleibt jahrelang erhalten
    • je nach Unterbau und Wetterseite ist es haltbarer als Holz
    • es ist Splitterfrei, daher ohne weiteres barfuss begehbar
    • leicht mit dem Hochdruckreiniger zu reinigen

Nachteile:

  • es wird sehr heiß, auch die hellen Farben
  • es ist sehr fleckempfindlich
  • Ölen wird empfohlen; daher müsste man es auch wie Holz immer wieder pflegen
  • bei zu geringem Gefälle können die Hohlkammerdielen im Winter auffrieren, weil das Wasser stehen bleibt. Daher raten die meisten zu Volldielen, welche schnell 80€/m² und mehr kosten.

Holz

Das Thema Holz wird im Internet heiß disskutiert, wenn wir von Terrassenbelag sprechen. Erst große Grundmeinung ist, dass nur Tropenhölzer gut geeignet sind. Die heimischen wie z.B. Fichte, Douglasie (Neuheimisch), Lärche, Eiche seinen nicht so langlebig. Bankirai, Ipe, Massaranduba oder auch die Thermohölzer wären den groben Beschreibungen im Internet zu bevorzugen. Hier gibt es eine kleine Aufstellung möglicher Holzarten für Terrassendielen. Holzdielen können unsichtbar oder sichtbar verschraubt werden. Hat die Diele eine Nut ist die unsichtbare Verschraubung möglich.

Eine 21x145mm Bankirai-Terrasse mit 70m² kostet mit Unterkonstruktionslatten von ca. 190lfm und ca. 2.600 Schrauben (sichtbare Verschraubung) so ab 5.000€, zzgl benötigter Höhenausgleiche weger der Gefälledämmung. Das sind reine Materialkosten gemäß eines Holzfachhandels. Andere Holzarten kosten gleich noch mehr. Ipe beginnt beispielsweise bei ca. 80€/m² reine Dielenkosten.

Damit ist man in der Holzauswahl doch etwas eingeschränkt, außer man hat für den Terrassenbelag viel Geld einkalkuliert. Wir sind nicht bereit so viel Geld dafür auszugeben. Außerdem lässt die Qualität der Tropenhölzer aufgrund der starken Nachfrage nach (z.B. Bankirai) und die Herkunft ist nicht immer ganz klar, trotz Zertifikate, die leider fälschbar sind.

Bei den einheimischen Hölzern gibt es quasi zwei Gruppen: die Thermohölzer ähneln ihrer Langlebigkeit und Eigenschaft den Tropenhölzern. Hier wird oftmals Esche. Kiefer oder Buche einem thermischen Verfahren unterzogen und damit die Haltbarkeit und andere Eigenschaften deutlich verbessert. Nachteilig ist, dass es dadurch sehr spröde wird und die mechanische Belastbarkeit deutlich sinkt. Es wird anfällig für Brüche und Risse. Die zweite Gruppe sind die naturbelassenen Hölzer, wie z.B. Lärche, Fichte, Douglasie oder Eiche.

Aktuell tendieren wir zu den heimischen Hölzern. Daher waren wir die Tage in einem Sägewerk in der Umgebung und haben uns mal angehört, was deren Meinung zu den Hölzern ist. Neben eigener Produktion vertreiben sie auch Produkte anderer Hersteller um ihr Angebot zu vervollständigen. Hauptsächlich haben wir über Douglasie und Lärche gesprochen. Ebenfalls wurde die Kesseldruckimprägnierung angesprochen. Damit wird das Holz haltbarer gemacht.

Damit wir die richtige Holzsorte für unseren Bedarf ermitteln können haben wir dem Sägewerk unsere Anforderungen dargelegt:

  • fast ganztägige direkte Sonneneinstrahlung durch Südausrichtung des Balkons/Terrasse
  • Belastbar, da wir drei Hunde haben
  • möglichst barfuss geeignet
  • möglichst wenig Instandhaltungsarbeiten
  • langlebigkeit

Wir haben noch einen Plan unserer Terrasse und den Verlegeplan der Gefälledämmung übermittelt. Damit können sie jetzt ein Angebot erstellen und sich Gedanken über das beste Holz und die Unterkonstruktion machen. Das tolle hier wäre, dass wir hier zum Material auch eine kostenlose Beratung zur Verlegung und die Berechnung der Unterkonstruktion (komplex, da Gefälle in alle Richtungen) erhalten. Hier wären auch Dielen mit 5,75m Länge möglich, wodurch wir auf der Terrasse keine Stöße hätten und die Verlegevariante egal wäre. Schauen wir mal, wann wir hier wieder etwas hören.

Derweil hat der Bauherr mehrere Lieferanten zu Terrassendielen im Internet angefragt. Hier waren verschiedene Holzsorten dabei, um ein besseres Gefühl für die Preise bei 70m² zu bekommen. Nächste Woche haben wir einen Termin mit einem weiteren Holzhandel/Sägewerk. Dieser möchte eine Ortsbesichtigung machen. Sind wir mal gespannt, was dabei rauskommt.

Interressanter Weise kostet die Unterkonstruktion oftmals 1/4 bis 1/3 des Decks, egal ob Holz oder WPC. Die benötigten Edelstahlschrauben sind machmal so teuer, dass man im Schraubenhandel gleiche Größe und Form der Schrauben zu einem Bruchteil der Kosten bekommt. Preisunterschiede von 50-70% sind da keine Seltenheit!

Bei der unsichtbaren Verschraubung braucht man teilweise weniger Schrauben, dafür aber Clips zum befestigen, welche schnell ins Geld gehen. So können durchaus ca. 15€/m² für die Edelstahlclips mit Schrauben vom Dielenhersteller berechnet werden. Billiger wirds wieder im Handel.

Wir sind gespannt, wie dieses Thema zum Schluß ausgeht. Bereits bei der Abdichtung und dem Geländer hatten wir sehr große Preisunterschiede.

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